Was tun gegen Flugangst?

Millionen Menschen beschleicht beim Abheben des Flugzeugs ein etwas mulmiges Gefühl. Erst wenn die Reiseflughöhe erreicht ist und der faszinierende Blick aus dem Fenster auf die zehn Kilometer tiefer liegende Erde fällt, dann stellt sich bei den meisten eine gewisse Entspannung ein. Ein gutes Buch, ein Film oder ein kleines Nickerchen können dazu beitragen. Manche Passagiere sind allerdings meilenweit davon entfernt, sich zu entspannen oder gar den Flug zu genießen – sie leiden unter Flugangst, die manchmal so stark wird, dass die Betroffenen überhaupt nicht mehr fliegen.

Die Ursachen für Flugangst können vielfältig sein. Die Bandbreite reicht von Zweifeln daran, ob die komplexe Technik wirklich so sicher sein kann wie behauptet, bis hin zu schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit. Luftlöcher und schlechtes Wetter können ein Flugzeug manchmal ein wenig durchschütteln. Und wer ohnehin ein ängstlicher Typ ist, dem gibt es ein solches Erlebnis womöglich den Rest. Unabhängig von den tieferen Ursachen kann man fast immer etwas gegen die Flugangst unternehmen. Die Anstrengungen lohnen sich, denn schließlich erreicht man viele der schönsten Urlaubsziele ausschließlich mit dem Flieger.

In leichten Fällen hilft manchmal schon der Besuch bei einem Tag der offenen Tür auf dem Flughafen. Die Airports bieten ihren Gästen hier die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und die Technik der Flugzeuge aus der Nähe kennenzulernen. Erfahrene Piloten erklären, warum die tonnenschwere Maschine wie ein Vogel durch die Luft schweben kann und warum Fliegen heute sicherer ist als jemals zuvor.

Bei ausgeprägter Flugangst hingegen helfen solche Maßnahmen kaum weiter, hier ist professionelle Betreuung gefragt. Einige Fluggesellschaften bieten spezielle Seminare an, die von Psychologen und Piloten gemeinsam geleitet werden. Auch hier gibt es zunächst einmal ausführliche technische Informationen, anschließend analysieren die erfahrenen Psychologen individuell die möglichen Ursachen der Flugangst und geben Tipps, wie sie überlistet werden kann. Nach der Theorie kommt die Praxis: Die Teilnehmer gehen gemeinsam in die Luft, um das Erlernte bei einem realen Flug anzuwenden. Zumeist handelt es sich um einen relativ kurzen Inlandsflug. Viele Passagiere empfinden es als großes Erfolgserlebnis, wenn sie ohne allzu viel Angst den Flug absolvieren. Und eine Mehrheit traut sich anschließend auch weitere Flüge ohne psychologische Begleitung zu. Damit eröffnen sich plötzlich für die Urlaubsplanung ganz neue Möglichkeiten.